Aufklärung über alternative Behandlungsmethoden?

By 22. Juli 2017News

Rechtsnews 2017, 23560 vom 12.05.2017 (LexisNexis)

Über alternative Behandlungsmethoden und deren Vor- und Nachteile muss der Arzt den Patienten nur dann informieren, wenn eine echte Wahlmöglichkeit besteht, dh die Alternativen in gleicher Weise medizinisch indiziert und üblich sind.

OGH-Entscheidung
Die Patientin wurde nach einem Bandscheibenvorfall konservativ behandelt. Wegen anhaltender Beschwerden suchte sie später mit fest gefasstem Operationswunsch eine Klinik auf. Dort wurde sie operiert.
Im vorliegenden Schadenersatzverfahren machte sie eine Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht geltend. Sie sei nicht über Möglichkeit der Fortführung der konservativen Therapie als Alternative zur Operation informiert worden.
Im vorliegenden Zurückweisungsbeschluss hielt der OGH die Auffassung der Vorinstanz für vertretbar, wonach kein Aufklärungsfehler vorlag: Nach den Feststellungen musste die konservative Behandlung wegen der therapieresistenten Beschwerden als gescheitert angesehen werden. Außerdem hätte die Fortführung eine deutliche Gewichtsreduktion bei der Patientin erfordert. Aufgrund dieser Sachlage habe für die Patientin keine echte Wahlmöglichkeit zwischen zwei Behandlungsmethoden bestanden. Eine Aufklärungspflicht über die Möglichkeit der Fortführung der konservativen Therapie sei daher mangels Gleichwertigkeit der alternativen Behandlung zu verneinen.

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